Das Geheimnis vom Schatten

Der Frühling kommt, mit hoffentlisch gans viel Sonne – und mit der Sonne kommt der Schatten!
Isch weiß nischt, ob ihr Eusch schon einmal mit Schatten beschäftigt habt, aber isch finde es gans spannend!

Sum einen lese isch gerade ein fürschterlisches Horrorbuch, es heißt “Der dunkle Wächter” von Carlos Ruiz Zafón, dort gibt es einen sehr unheimlischen Schatten, der sich selbstständig gemacht hat und Leuten schlimme Sachen antut. Schauerlisch. Alle haben Angst vor ihm – isch auch! Wenn isch darin lese, isch kuschele danach immer mit meinem Freund Zacharias, damit isch einschlafen kann. Sonst wäre es unmöglisch.

Sum anderen, ein Schatten kommt nur, wenn es irgendwo hell ist! Deshalb sieht man ihn im Frühling und Sommer besonders gut. So gibt es ein Sprischwort, etwas wie “viel Lischt, viel Schatten”. Wenn es besonders schön ist in der Sonne, mansche Leute stellen extra Schirmschen auf, damit sie Schatten spenden. Das finde isch ein bißschen komisch, denn oft sind es die gleischen Leute, die jammern, wenn es im Winter kein Lischt gibt.
Normalerweise, der Schatten gehört su jemandem. Er ist quasi angebaut – außer im Buch von Zafón, da ist er alleine unterwegs. Aber wie gesagt, isch kann freilaufenden Schatten nischt empfehlen…

Schackeline und Schatten
Komischer Pickel in meiner Schatten-Silhouette ist eine Fata-Morgana!

Wenn isch meinen eigenen Schatten anschaue, isch sehe erstmal nur Dunkelheit. Dann isch sehe meine Silhouette. Oft ist sie etwas verserrt, je nachdem wie die Sonne steht.
Manschmal isch sehe groß aus, manschmal klein, oder isch sehe sehr schlank aus, aber manschmal auch nischt. Dann drehe isch misch so lange hin und her, bis isch schlank aussehe.
Meistens fällt mir auf, dass ein oder swei Löckschen komisch sind und isch supfe ein wenig rum, so dass es hübsch aussieht. Ok, aber darum geht es nischt.
Jedenfalls, wenn isch meinen Schatten sehe, normalerweise isch erschrecke misch nischt, so wie vor dem Schatten aus dem Horrorbuch.

Aber jetst habe isch gehört, es gibt auch Schatten im Kopf. Er ist etwas wie die Kehrseite von Medaille oder schmuddelige Ecke hinter Vorhang. Am besten man seigt ihn keinem. Möglischst will man ihn selber auch nischt sehen, weil er nischt so schön ist, nischt nett oder sogar rischtig fies! Das Problem ist, je mehr isch versuche den Schatten unter den Teppisch su kehren, desto mehr muss isch misch anstrengen. Es ist ein bisschen wie in dem Buch: der Schatten macht sisch irgendwie selbstständig, guckt unter dem Teppisch raus und macht Sabotage. Er ist siemlisch gemein!
Isch glaube, einsiges das hilft ist: Teppisch hoch und angucken! Man kann versuchen mit Anstarren, aber isch finde besser: Sunge rausstrecken und lange Nase machen! Ok, bin isch vielleischt nischt so schön mit langer Nase, aber isch fühle misch besser insgesamt. Sum einen, die Angst vor fiesem Schatten geht weg wenn isch ihm eine lange Nase mache, sum anderen, isch kann den blöden Teppisch entsorgen und Parkett in mein Loft legen lassen. Endlisch!
Also, vielleischt hat meine Schwester Scharline doch rescht – manschmal sagt sie: “Du bist rischtig fies!” Meistens stimmt natürlisch nischt, aber hin und wieder, vielleischt es ist ein klitsekleines Körnschen Wahrheit daran…

Schatten

  2 comments for “Das Geheimnis vom Schatten

  1. Mulika Plüsch
    March 29 at 1:17 am

    Also, ich finde deinen Schatten ja genau so hübsch wie dich. Aber ein Schatten, der sich selbstständig macht ist echt voll gruselig. Das würde ich nie nicht vor dem Schlafen lesen könne. Ich geh jetzt mal unter dem Teppich gucken, vielleicht finde ich ich da noch etwas von Mamas Schatten. 😀 😀

    • Schackeline
      March 31 at 9:56 am

      Merci Mulika! Isch hoffe Du konntest gut schlafen und hast Disch nischt erschreckt!

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